Cloud Computing verspricht große Einsparungen von Ressourcen und Kosten, bedingt aber, dass sensitive Daten auf fremden Servern gespeichert werden. Exemplarisch für die Sicherheitsprobleme im Cloud Computing werden im Rahmen von KASTEL cloudbasierte Kollaborationsplattformen betrachtet. Gerade Kollaborationsplattformen profitieren von der flexiblen Ressourcenzuordnung in der Cloud, weil die Aktivitäten der Nutzer sehr ungleichmäßig und hoch dynamisch sind. Die Kombination der Anforderungen von sicherem Cloud Computing und Kollaborationsplattformen ist eine besonders große Herausforderung. Die passenden Sicherheitsbegriffe für Kollaborationsplattformen müssen zum Teil erst noch präzise gefasst werden. Diese Eigenschaften müssen dann durch die darunterliegende Cloud-Schicht unterstützt und erhalten werden. Bei Verwendung von Sicherheitsgarantien, die von der Web-Technologie nicht getrennt werden können, darf von diesen Mechanismen nicht abstrahiert werden.
Eine für Cloud Computing besonders relevante Randbedingung ist die Ökonomie des Ansatzes. Um überhaupt Akzeptanz zu erlangen, dürfen die Sicherheitsmechanismen auf keinen Fall das Auslagern der Daten und Dienste unwirtschaftlich machen. Bisherige Lösungen haben unrealistisch hohe Sicherheitsanforderungen, die mit hohen Kosten einhergehen, und werden daher in der Praxis nicht eingesetzt. Klassische Sicherheitsbegriffe sind so nicht erreichbar und es müssen abgestufte, konkrete Sicherheitsbegriffe für einzelne Anwendungen gefunden werden, um praxistaugliche Sicherheitslösungen zu finden. Nicht die Daten sollen unbedingt geheim gehalten werden, sondern sensitive Zuordnungen. Dazu ist eine Kombination verschiedener Methoden nötig und es ist ein interessantes Problem, wie die Sicherheitseigenschaften nachvollziehbar aus den Einzelgarantien der einzelnen Methoden folgen.
Der Prototyp der cloudbasierten Kollaborationslösung zusammen mit dem Nachweis seiner Sicherheit als Gesamtsystem ist einer der drei großen Meilensteine des Projekts, an dem die internationale Spitzenstellung der Forschung des Kompetenzzentrums gemessen werden soll. Dabei soll die Sicherheit für alle Teilsysteme nachgewiesen und der Sicherheitsnachweis des Gesamtsystems angestrebt werden.


